Kleidung und Styling: Was vor der Kamera funktioniert

Bei Kleidung vor der Kamera gelten zwei Regeln, die fast alles abdecken: Tragen Sie, worin Sie sich wohlfühlen, und tragen Sie nichts, was vom Gesicht ablenkt. Alles Weitere sind Verfeinerungen. Ein Kleidungsstück, das Sie ständig zurechtziehen, ruiniert mehr Bilder als jede falsche Farbe.
Wohlfühlen zuerst, und was vom Gesicht ablenkt
Kleidung, die kneift, rutscht, kratzt oder an der falschen Stelle spannt, zeigt sich in der Haltung. Menschen ziehen die Schultern hoch, sie halten den Bauch ein, sie greifen unbewusst nach dem Stück, sie stehen anders. Das sieht man, auch wenn niemand sagen kann, woran es liegt.
Deshalb: Nichts Neues, das Sie noch nie getragen haben. Nichts, was Sie sich in einer kleineren Größe gekauft haben. Nichts, was Sie im Alltag nie anziehen würden. Ein Bild soll Sie zeigen, nicht eine Verkleidung.
- Große Aufdrucke und Logos: ziehen den Blick sofort und binden das Bild an eine Zeit.
- Sehr auffällige Muster: konkurrieren mit dem Gesicht.
- Sehr feine Muster: können im Bild flimmern und unruhig wirken.
- Grelle Farben: ziehen Aufmerksamkeit und färben auf die Haut ab.
- Auffälliger Schmuck: in Maßen gut, in Menge ablenkend.
- Spiegelnde Materialien: erzeugen helle Flächen, die den Blick fangen.
Farben, die verlässlich funktionieren
Ruhige, gedeckte Töne sind die sichere Wahl, weil sie das Gesicht arbeiten lassen. Das heißt nicht, dass alles grau sein muss. Es heißt, dass die Farbe nicht schreit.
Ein Punkt, den viele nicht kennen: Farben färben ab. Ein sehr kräftiges Oberteil wirft Licht auf das Gesicht, und das ist im Bild sichtbar, besonders an heller Haut. Ein knallgrünes Hemd gibt einen grünlichen Schimmer ans Kinn. Ein guter Fotograf sieht das und kann gegensteuern, aber einfacher ist es, es zu vermeiden.
Denken Sie auch an den Hintergrund. Dunkle Kleidung vor dunklem Hintergrund lässt den Körper verschwinden, das kann gewollt sein oder nicht. Helle Kleidung vor hellem Hintergrund ebenso.
Bei mehreren Personen
Bei Familien und Gruppen ist die Frage nicht, ob alle dasselbe tragen. Das wirkt fast immer bemüht. Die Frage ist, ob die Kleidung zueinander passt.
Der einfachste Weg: eine gemeinsame Familie von Farben, in verschiedenen Abstufungen, mit unterschiedlichen Schnitten. Alle in gedeckten Erdtönen, alle in verschiedenen Blautönen, alle ruhig und aufeinander abgestimmt. So wirkt die Gruppe zusammengehörig, ohne uniformiert.
Vermeiden Sie, dass eine Person deutlich heraussticht, außer das ist gewollt. Und lassen Sie Kinder mitentscheiden. Ein Kind im Lieblingspullover ist entspannt, und das ist mehr wert als jede Abstimmung.
Schnitt und Sitz
Ein gut sitzendes Kleidungsstück in einfacher Farbe schlägt ein interessantes, das nicht passt. Achten Sie besonders auf die Schultern, weil die Kamera dort jede Falte zeigt, und auf den Halsausschnitt, weil er das Gesicht rahmt.
Bügeln Sie. Es klingt kleinlich, aber Falten sind auf Bildern deutlich sichtbar und lassen sich nur mühsam entfernen. Und bringen Sie ein Ersatzteil mit, falls etwas passiert.
Haare, Haut, Hände und die Auswahl vor Ort
Beim Haarschnitt gilt: nicht am Tag vorher. Geben Sie sich einige Tage, damit sich alles setzt. Das gilt auch für alles, was die Haut betrifft: Behandlungen kurz vor einem Termin können sichtbar sein.
Beim Schminken ist Zurückhaltung die sichere Wahl, außer es ist ausdrücklich anders gewollt. Vorsicht bei Produkten, die Licht reflektieren, sie können im Bild als glänzende Flächen erscheinen. Und denken Sie an mattierendes Puder, gerade bei warmen Terminen.
Hände werden vergessen und sind auf vielen Portraits zu sehen. Wenn Sie Wert darauf legen, achten Sie darauf.
Bringen Sie mehr mit, als Sie brauchen. Was zu Hause im Spiegel gut aussieht, kann vor der Kamera anders wirken, und ein Fotograf sieht das sofort. Mit mehreren Optionen können Sie vor Ort entscheiden.
Und wenn Sie unsicher sind: Fragen Sie vorher. Schicken Sie Bilder Ihrer Auswahl, die meisten Fotografen antworten gern darauf, weil es ihnen den Termin erleichtert.
Fazit
Wohlfühlen zuerst, nichts Neues, nichts Kneifendes. Ruhige Farben, die nicht abfärben, keine großen Aufdrucke, keine unruhigen Muster. Bei Gruppen eine gemeinsame Farbfamilie statt Uniformierung. Haarschnitt einige Tage vorher, Schminken zurückhaltend. Und bringen Sie mehrere Optionen mit.