Fotos archivieren: Wie Bilder die nächsten Jahrzehnte überstehen

Digitale Bilder gehen selten mit einem Knall verloren. Sie verschwinden leise: eine Festplatte, die nicht mehr anläuft, ein Dienst, der eingestellt wird, ein Konto, dessen Zugang niemand kennt, ein Ordner, den niemand mehr findet. Der Schutz dagegen ist unspektakulär: mehrere Kopien an verschiedenen Orten, eine Ordnung, die auch ohne Sie funktioniert, und gelegentliches Nachschauen.
Die Grundregel: mehrere Kopien
Eine Kopie ist keine Sicherung. Zwei Kopien am selben Ort sind keine Sicherung, denn Wasser, Feuer und Diebstahl treffen beide. Eine Sicherung entsteht erst durch mehrere Kopien an verschiedenen Orten.
Praktisch heißt das: die Bilder auf Ihrem Rechner, eine Kopie auf einer Festplatte, die woanders liegt, und idealerweise noch eine an einem dritten Ort, etwa in einem Onlinespeicher. Das klingt nach viel und ist an einem Nachmittag eingerichtet.
- Mehr als eine Kopie: mindestens zwei, besser drei.
- Verschiedene Orte: nicht alles im selben Raum.
- Verschiedene Techniken: nicht alles auf demselben Typ Gerät.
- Eine Kopie, die nicht ständig verbunden ist: schützt gegen Schadsoftware, die alles Erreichbare befällt.
Warum Onlinespeicher allein nicht reicht
Onlinespeicher ist bequem und meist zuverlässig. Aber er hat eigene Risiken: Der Anbieter kann den Dienst einstellen oder die Bedingungen ändern. Ein Konto kann gesperrt werden. Ein Zugang kann verloren gehen. Und wenn Sie versehentlich löschen, ist es überall gelöscht, denn ein Abgleich ist keine Sicherung, sondern eine Spiegelung.
Nutzen Sie Onlinespeicher als eine Kopie unter mehreren, nicht als die einzige. Und wissen Sie, wo Ihre Zugangsdaten sind, für den Fall, dass jemand anderes einmal darauf zugreifen muss.
Ordnung und Formate, die überleben
Der zweite Teil ist die Auffindbarkeit. Bilder, die da sind, aber nicht gefunden werden, sind praktisch verloren. Nach vielen Jahren erinnert sich niemand, was in einem Ordner mit kryptischem Namen liegt.
Halten Sie es einfach und beständig. Ordner nach Jahr, darin nach Anlass mit Datum und einem sprechenden Namen. Diese Struktur funktioniert in jedem Programm, auf jedem Gerät und in dreißig Jahren.
Vermeiden Sie eine Ordnung, die nur innerhalb eines bestimmten Programms existiert. Wenn Ihre Bilder nur über die Sammlung eines Programms auffindbar sind, hängen Sie an diesem Programm. Programme verschwinden, Ordner nicht.
Bleiben Sie bei verbreiteten Formaten. Das komprimierte Standardformat für Bilder ist seit Jahrzehnten lesbar und wird es bleiben, weil es überall verwendet wird. Exotische Formate und die Rohdatenformate einzelner Kamerahersteller sind riskanter, weil ihre Unterstützung an einem Hersteller hängt.
Wenn Sie Rohdaten aufbewahren, bewahren Sie zusätzlich die fertigen Bilder in einem gängigen Format auf. So haben Sie in jedem Fall etwas, das sich öffnen lässt.
Regelmäßig nachschauen
Eine Sicherung, die nie geprüft wurde, ist eine Hoffnung. Festplatten gehen kaputt, ohne es anzukündigen. Ein Sicherungsprogramm kann seit Monaten stillschweigend versagen.
Nehmen Sie sich einmal im Jahr eine halbe Stunde. Schließen Sie die Sicherungsplatte an, öffnen Sie ein paar Bilder aus verschiedenen Jahren, prüfen Sie, ob alles da ist. Das ist der ganze Aufwand, und es ist der Unterschied zwischen einer Sicherung und einem guten Gefühl.
Denken Sie auch daran, dass Geräte altern. Eine Festplatte, die seit vielen Jahren in einer Schublade liegt, ist kein verlässlicher Ort. Kopieren Sie Ihr Archiv von Zeit zu Zeit auf ein neues Medium um.
Das gedruckte Bild, und an andere denken
Der zuverlässigste Speicher ist immer noch Papier. Ein Abzug in einer Schublade braucht keinen Strom, kein Format und kein Programm. Er ist in Jahrzehnten noch da, wenn er trocken und dunkel liegt.
Deshalb: Drucken Sie die Bilder, die Ihnen wirklich wichtig sind. Nicht alle, aber die, deren Verlust Sie bedauern würden. Das ist keine Nostalgie, sondern die einfachste Absicherung, die es gibt.
Ein Punkt, den fast niemand bedenkt: Wenn Ihnen etwas zustößt, kommt jemand anderes an Ihre Bilder heran, oder eben nicht. Ein verschlüsseltes Gerät, dessen Zugang niemand kennt, ist für die Familie unerreichbar.
Sorgen Sie dafür, dass eine Person weiß, wo die Bilder liegen und wie man darankommt. Das gilt besonders für Onlinespeicher, deren Zugangsdaten in Ihrem Kopf sind.
Fazit
Mehrere Kopien an verschiedenen Orten, davon eine, die nicht ständig verbunden ist. Eine einfache Ordnung aus Ordnern und Datumsnamen, die unabhängig von Programmen funktioniert. Gängige Formate. Einmal im Jahr prüfen und von Zeit zu Zeit auf neue Medien umziehen. Drucken Sie das Wichtigste. Und sorgen Sie dafür, dass jemand weiß, wie man drankommt.