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Lieferung von Fotos: Formate, Auflösung und was Sie brauchen

Symbolbild Festbrennweiten auf Filz

Welche Dateien Sie bekommen sollten, entscheidet die Verwendung. Ein Bild für eine Website hat andere Anforderungen als eines, das groß gedruckt wird. Klären Sie deshalb vor dem Termin, wofür die Bilder sind, dann kann die Lieferung darauf zugeschnitten werden, statt dass Sie hinterher nachfragen müssen.

Die Dateitypen, die Ihnen begegnen

  • Das komprimierte Standardformat: der übliche Weg für fertige Bilder. Überall lesbar, gut für Web und die meisten Drucke.
  • Ein verlustfreies Format: für Bilder, die weiterbearbeitet werden, oder wenn Transparenz gebraucht wird, etwa bei freigestellten Produkten.
  • Ein Format für die Druckvorstufe: wenn eine Druckerei damit arbeitet.
  • Das Rohdatenformat der Kamera: die unbearbeitete Aufnahme. Enthält alle Informationen, ist aber kein fertiges Bild und braucht Bearbeitung.

Für die meisten Zwecke reicht das komprimierte Standardformat. Verlangen Sie nicht pauschal alles, sondern das, was Sie brauchen.

Auflösung: der häufigste Streitpunkt

Ein Bild fürs Web braucht wenig Auflösung, ein Bild für den Druck viel. Der klassische Fehler ist, dass jemand Bilder in Webgröße bekommt und ein Jahr später ein Plakat drucken möchte. Das geht dann nicht, und das Material ist weg.

Deshalb: Klären Sie, ob Sie die Bilder in voller Auflösung bekommen. Bei vielen Aufträgen ist das üblich. Wenn nicht, sollten Sie zumindest wissen, dass Sie später keine großen Drucke machen können.

Ein häufiger Wunsch ist eine doppelte Lieferung: Bilder in voller Auflösung für das Archiv und den Druck, dazu verkleinerte Fassungen für die tägliche Verwendung. Das ist praktisch, weil Sie nicht jedes Mal große Dateien verschicken.

Rohdaten: warum Sie sie meist nicht bekommen

Die Frage nach den unbearbeiteten Kameradateien kommt oft, und die Antwort ist meist nein. Das hat nachvollziehbare Gründe.

Eine Rohdatei ist kein Bild, sondern ein Datensatz. Sie sieht flau und farblos aus, weil die Bearbeitung fehlt, die das Bild erst ausmacht. Diese Bearbeitung ist ein wesentlicher Teil der Arbeit und ein Teil der Handschrift. Ein Fotograf, der Rohdaten herausgibt, gibt ein halbfertiges Produkt heraus, das dann von jemand anderem oder gar nicht fertiggestellt wird und trotzdem seinen Namen trägt.

Dazu kommt: Rohdaten enthalten alles, auch die misslungenen Aufnahmen und die Momente, die niemand sehen sollte. Wenn Sie einen guten Grund für Rohdaten haben, etwa weil Sie eine eigene Bearbeitung machen, sprechen Sie es vorher an. Es ist Verhandlungssache und kein Selbstverständnis.

Farbraum, Farben und Seitenverhältnisse

Ein Punkt, der viele überrascht: Dasselbe Bild sieht auf verschiedenen Geräten unterschiedlich aus. Das liegt am Bildschirm, an dessen Einstellung und am Farbraum der Datei.

Für die Verwendung im Web ist der übliche Standardfarbraum die sichere Wahl, weil er überall gleich interpretiert wird. Für den Druck kann ein anderer sinnvoll sein, das sagt Ihnen die Druckerei. Fragen Sie dort und geben Sie die Antwort an den Fotografen weiter.

Wenn Farben für Sie wichtig sind, etwa bei Produkten, ist ein kalibrierter Bildschirm keine Spielerei. Sonst beurteilen Sie Farben auf einem Gerät, das sie falsch zeigt.

Klären Sie, in welchem Seitenverhältnis Sie die Bilder brauchen. Verschiedene Kanäle verlangen Verschiedenes: quer, hoch, quadratisch. Ein Bild, das nur in einem Verhältnis vorliegt, muss dann beschnitten werden, und dabei geht Bildaufbau verloren.

Wenn Sie das vorher sagen, kann der Fotograf beim Fotografieren Raum lassen und Ihnen mehrere Zuschnitte liefern. Hinterher ist das nur begrenzt möglich.

Der Weg zu Ihnen, und warum Sie sofort sichern

Üblich ist eine Onlinegalerie oder ein Download. Klären Sie, wie lange der Zugang besteht, denn er bleibt nicht ewig. Laden Sie herunter, sobald Sie können, und schieben Sie es nicht auf.

Und klären Sie, ob die Galerie geschützt ist. Ein offener Link ist praktisch öffentlich, was bei privaten Bildern ein Thema ist.

Der wichtigste Satz zum Thema Lieferung: Sichern Sie die Bilder, sobald Sie sie haben, an mindestens zwei Orten. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass der Fotograf ein Archiv hat. Viele haben eines, aber es ist seine Absicherung, nicht Ihre, und er ist nicht verpflichtet, Ihre Bilder ewig vorzuhalten.

Fazit

Sagen Sie vorher, wofür die Bilder sind, dann stimmt die Lieferung. Klären Sie Format, Auflösung, Farbraum und Seitenverhältnisse. Erwarten Sie keine Rohdaten, außer Sie haben es vereinbart. Prüfen Sie, wie lange der Zugang zur Galerie besteht. Und sichern Sie alles sofort an zwei Orten.

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